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Sommerekzem individuell behandeln Typisch Ekzem: Nicht jedes Mittel hilft jedem Pferd oder passt für jede Haltung. Bei einer Bestandsaufnahme prüfen Sie Ihre Möglichkeiten. Trotz aller Bemühungen von Wissenschaft, Medizin und Naturheilkunde ist eine Heilung des Sommerekzems nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Zahl betroffener Pferde fast aller Rassen nimmt stetig zu und damit auch die Zahl verzweifelter Besitzer. Wer einen Ekzemer hat, hatte oder kennt, ist vertraut mit den typischen Bildern: Das Pferd scheuert sich am Kopf, an der Mähne, am Bauch - überall und an allem, was es finden kann. Bei manchen Pferden bedeutet dies "nur" den Verlust des Langhaars, bei anderen entwickeln sich offene entzündete und zum Teil eitrige Stellen. Bei wieder anderen geht der Krankheitsverlauf so weit, dass sie in den Sommermonaten kaum, wenn überhaupt, reitbar sind, einige landen auch beim Schlachter. Und dennoch: Hinter der Mehrheit dieser Pferde stehen Besitzer, die unermüdlich und mit mehr oder weniger Erfolg ausprobieren, was Wissenschaft, Medizin, Naturheilkunde und andere anbieten. Erst die Diagnose, dann ausprobieren! Ist die Diagnose Sommerekzem gesichert und sind Parasiten und andere Hautkrankheiten ausgeschlossen, ändert sich für das Pferd zunächst wenig, für den Besitzer jedoch um so mehr: In der Regel wird er innerhalb kürzester Zeit mit dermaßen vielen Therapievorschlägen und Hausmitteln konfrontiert, dass es ihm schwer fällt, sich zu entscheiden. Häufig ist er bald so frustriert und verunsichert, dass er wohlgemeinte Ratschläge ausschlägt und erstmal mit irgend etwas anfängt, denn - das Pferd scheuert sich immer noch ! Häufig hört man die Aussage: "Ich habe schon alles ausprobiert, nichts hat geholfen!" Warum ist das so? Taugen alle diese Produkte nichts? Versagen die Tierärzte oder Naturheilkundler? Oder gibt es wirklich so viele hoffnungslose Fälle? Sicher nicht! Schließlich existieren auch zahlreiche Ekzempferde, denen man das Ekzem nicht oder kaum ansieht, und diese gehören auch noch Leuten, die mit Ihnen glücklich und zufrieden sind ... warum und wie ist das gelungen? Die Individualität - was macht sie aus? Als Hauptauslöser des Sommerekzems gilt die oft genannte Kriebelmücke. Daneben gibt es noch diverse Theorien, Zusammenhänge und Faktoren - hier soll es jedoch um das Phänomen der Individualität gehen. Das jedes Pferd aufgrund seiner Abstammung, Rasse, Stellung in der Herde, Aufzucht, Persönlichkeit und so weiter einzigartig ist, leuchtet ein, ebenso dass Therapien oder andere Maßnahmen nicht immer den gleichen Erfolg haben können. Trotzdem gilt beim Sommerekzem wie bei kaum einer anderen Erkrankung: Was dem einen hilft, hilft dem anderen noch lange nicht. Die Behandlung, die der Besitzer erfolgreich durchführt, muss nicht unweigerlich bei dem anderen Besitzer ebenfalls zum Erfolg führen. Warum? Liegt es daran, dass die Pferde - etwa ein Shetty und ein Warmblut - so unterschiedlich sind? Oder die Stute bessere Abwehrkräfte hat als der Wallach? Daran liegt es nicht nur, denn eine Schwierigkeit bei der Versorgung eines Ekzemers ist auch die Individualität seines Besitzers! Zeit, Geld und Überzeugung .... Damit ist beispielsweise die Zeit gemeint, die die-/derjenige aufwenden kann, aber auch sein Geldbeutel oder seine persönlichen Überzeugungen. Dazu einige Beispiele: Beispiel 1: Jemand, der nur wenig Zeit auf die Pflege seines Ekzemers verwenden kann,/möchte, kauft vielleicht eine Ekzemerdecke und ist mit dem Resultat für sein Pferd zufrieden. Ein anderer kann sich gar nicht erst vorstellen, sein Pferd, gerade in den heißen Sommermonaten, auch noch zusätzlich einzudecken. Beispiel 2: Wer Boxenhaltung akzeptabel findet, der stellt sein Pferd in einen Stall, bei dem es überwiegend in der Box bleibt und dadurch, zumindest während der Dämmerungszeiten, den Kriebelmücken nicht ausgesetzt ist, und erzielt damit schon recht gute Erfolge. Für einen Verfechter der Offenstallhaltung wäre dies sicher keine Lösung. Beispiel 3: Ein Besitzer, der Vorbehalte gegen die dauerhafte Anwendung von Kortisonpräparaten und Insektiziden hat, wird eher Mittel und Therapien aus dem naturheilkundlichen Bereich ausprobieren. Beispiel 4: Ekzempferdebesitzer, die nur ein Mal täglich oder nur wenige Male in der Woche zu ihrem Pferd fahren können, werden mit Produkten, die sie zwei Mal täglich auftragen müssen, nur schwer zufriedenstellende Ergebnisse für ihre Pferde erzielen. Diese Beispiele lassen sich unbegrenzt weiterführen und zeigen, dass dier erfolgreiche Therapie und Versorgung eines Ekzemers von individuellen Faktoren abhängt. Diese müssen nicht unbedingt etwas mit der eigentlichen Erkrankung zu tun haben. Die Entscheidung des Besitzers ist genauso gefordert wie seine Ausdauer und Konsequenz in der Ausführung. Wer meint, mit nur einmaligem Einsatz zum Erfolg zu kommen wird in der Regel eines Besseren belehrt. Denn der Sommer dauert Monate, und in dieser Zeit braucht das betroffene Pferd zusätzliche Aufmerksamkeit. Das heißt: Erfolgversprechende Lösungen müssen auch die Bereitschaft und die Möglichkeiten des Pferdebesitzers treffen, sie anzuwenden. Wann ist die Behandlung erfolgreich ? Wann kann man von erfolgreicher Behandlung sprechen? Kann man das überhaupt? Oder lautet die individuelle Frage: "Wann ist meine Behandlung / Haltungsänderung / Fütterungsumstellung für mich und mein Pferd erfolgreich?" Dabei bestimmt nicht der Zustand des Pferdes den Erfolg einer Therapie, sondern sein Besitzer. Denn: Ekzempferdebesitzer beurteilen den Erfolg ihrer gewählten Behandlung ganz unterschiedlich: Von "man sieht es ihr gar nicht an, dass sie Ekzem hat!" und "mein Ekzemer hat zwar keine Mähne, aber auch keine offenen Stellen mehr" über "alles wächst wieder, nur am Widerrist hat er noch eine kleine Stelle" bis "wenigstens in der Sattellage sind die Stellen weniger geworden, so kann ich noch reiten" ..... ist alles dabei. Erst Bestandsaufnahme, dann das passende Programm Grundsätzlich gilt: Jede/r sollte seine Ansprüche und Möglichkeiten an die Behandlung und Versorgung eines Ekzemers überprüfen. Weiß man um seine realistischen Möglichkeiten von Haltung, Fütterung und Behandlung, kann man aus den vielfältigen Angeboten auch etwas Passendes für sein Pferd und sich heraussuchen.
Je nachdem wie die Antwort ausfällt, können Sie das Problem gezielt beeinflussen. Dabei helfen Fotos und eine penible Buchführung, den Überblick über den Behandlungsverlauf zu bewahren. Viel hilft nicht immer viel .. Nichts spricht dagegen, mehrere Sachen im Umfeld des Pferdes zu verändern. Aber viel hilft nicht unbedingt viel, sondern strapaziert oft nur Geldbeutel und Zeit. Hat man sich beispielsweise für eine Therapie entschieden, die für eine erste Linderung vier Wochen Anlaufzeit benötigt, muss man gute Nerven haben, um diese Zeit durchzuhalten. Wenn das Pferd sich scheuert und scheuert, können vier Wochen sehr lang werden. Hat man sich Startdatum notiert, hilft das oft, um durchzuhalten. Ein Vorherfoto macht es ebenfalls leichter, das Ergebnis hinterher objektiv zu beurteilen. Ute Reher, Wiemerskamper
Sommerekzem.....was nun?? Sobald die Diagnose Sommerekzem gesichert ist, ist man voller Sorge um sein Pferd und stellt sich die Frage, wie das Problem am besten in den Griff zu bekommen ist. Es gibt mindestens so viele Therapieansätze, wie es (z.T. vermutete) Ursachen gibt und bei der Vielzahl an Angeboten wissen viele gar nicht womit Sie anfangen sollen. Die Therapie, oder das Mittel hilft zwar dem einen Pferd, aber nicht zwangsläufig dem eigenen. Wie kann man dieses Überangebot an Vorschlägen, Therapien, Hausmitteln..... nun für sein eigenes Pferd lösen. Als wir unseren Welsh Cob bei einem Züchter kauften, war uns vor allem wichtig ein gesundes Pferd zu erstehen. Die Ankaufsuntersuchung ergab keinerlei Befund, was auch nicht wunderlich war, denn es war März. Seine kurze Mähne machte uns auch nicht weiter stutzig. Kaum hatten wir ihn im April abgeholt und auf die Weide gebracht ging die Scheuerei los. Es dauerte nicht lange und von unserem schönen Welsh Cob nur noch ein zerrubbeltes, struppiges Pony übrig, der kaum noch Mähne und immer weniger Schweif hatte. Die Diagnose war schnell geklärt: Sommerekzem! Wir bekamen fortan jede Menge Ratschläge wie wir verfahren könnten: verkaufen... raus aus dem Offenstall und rein in die Box.... Mittel mit Cortison, oder Insektiziden....Babyöl, Motoröl..... Mittel gegen Pilze, Milben und andere Schmarotzer... und vieles mehr. Völlig frustriert durch das Angebotswirrwar und ohne wirkliche Hoffnung, das es bald besser würde, wollten wir tatsächlich unser tolles Pferd verkaufen. Wir wollten weder von der artgerechten Pferdehaltung Abschied nehmen, noch wollten wir Zion mehrmals täglich mit ständig wechselnden Produkten einschmieren und dafür zum Teil noch viel Geld bezahlen. Einen Ekzemer kann man aber nur schlecht, d.h. sehr billig verkaufen, oder verschenken. Verschenken wollten wir ihn aber auch nicht! Also mussten wir uns mit der Behandlung des Sommerekzems auseinander setzen. Für uns war wichtig, die Behandlung muss für das Pferd erfolgreich und für uns durchführbar und bezahlbar bleiben....hört sich gut an, aber was das für jeden einzelnen bedeutet, muss man erst einmal rausfinden. Was waren wir bereit an Pflege zu leisten und was waren wir auch bereit bezahlen? Wir begannen als erstes, die Haltungsbedingungen zu optimieren, indem wir Zion in den frühen Morgen- und Abendstunden von der Weide holten. Es dauerte nicht lange und er hatte begriffen, dass er in seinem (Offen-)Stall Ruhe vor den Insekten und Kriebelmücken fand. Mittlerer Weile sucht er zu diesen Zeiten den Stall von alleine auf und erspart uns das Reinholen. Dies verbesserte die Situation merklich, leider waren die Symptome aber nicht weg. Mähne und Schweif waren fast komplett abgescheuert, Kruppe und Bauchnaht zeigten ebenfalls Stellen. Erste Versuche mit verschiedenen Pflegeprodukten zeigten keinen, oder nur wenig Erfolg. Als ehemalige Tiermedizinstudentin und Ärztin, nutze ich meine Kontakte. Da die Angebote der Schulmedizin uns nicht überzeugten, entschieden wir uns für einen naturkundlichen Ansatz und beschlossen ein Pflegeöl selbst zu entwickeln. Das Öl sollte juckreizstillend, regenerierend sein und Insekten abwehren. Obwohl wir die Pferde am Haus haben war uns auch eine lange Wirksamkeit wichtig, da wir keine Zeit haben unser Pferd mehr als einmal am Tag einzuschmieren. Wir haben mit Fachleuten die in Frage kommenden Öle ausgesucht und verschiedene Rezepturen immer wieder an mehreren Pferden getestet. Nach 3 Jahren war es endlich soweit....-nicht nur- unser Cob, hatte wieder eine lange Mähne und einen beindruckenden Schweif!!! Mittlerer Weile brauchen wir Zion nur noch alle 3 bis 4 Tage einölen und kommen prima über den Sommer. Der Einsatz ist also recht gering und die Kosten ebenfalls. Wir sind froh, ihn damals nicht verkauft zu haben! Da unser Wiemerskamper Pflegeöl im näheren und weiteren Bekanntenkreis immer mehr Abnehmer fand, gründeten wir 1999 die Firma Wiemerskamper (www.wiemerskamper.de), über die wir das Öl jetzt auch vertreiben. Auf Anregung unserer Kunden arbeiten wir in diesem Sommer an der Entwicklung eines sprühbaren "Insektenschrecks".... Unsere Empfehlung: Weidegang bei Morgen- und Abenddämmerung vermeiden (evtl. nächtlicher Weidegang) Stall/Unterstand anbieten, wo das Pferd Ruhe vor Insekten findet (evtl. Vorhänge anbringen). Entfernen Sie Schweiß nach dem Reiten/Fahren mit klarem Wasser, denn verschwitztes, verklebtes Fell juckt auch! Sorgen Sie für eiweißarmen Weidegang, und ausreichende Mineralienzufuhr Fazit: Besitzer eines Ekzemers zu sein heißt Detektivarbeit leisten: Lernen Sie IHREN Ekzemer und seine Eigenheiten kennen, in dem Sie ihn gut beobachten. Führen Sie gegebenenfalls Buch, das hilft den Überblick behalten. Wir wünschen allen viel Erfolg und hoffen mit Ihnen auf einen "ruhigen" Sommer! Ute Reher Wiemerskamper
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